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Tour Brücke am Kwai: Geschichte und Kriegsmuseum

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Brücke am Kwai: Schauplatz der Kriegsgeschichte

Ein Ausflug von Bangkok aus zum River Kwai ist in jedem Fall lohnenswert. Sowohl deutsche Reiseveranstalter als auch thailändische Agenturen bieten ein- und mehrtägige organisierte Touren an. Letztere könnt ihr von Deutschland aus auch im Internet buchen. Vorteil: Sie sind zum einen preiswerter, zum anderen verliert ihr in Bangkok keine Zeit mit der Suche nach einem passenden Angebot.

Bei unserem Thailand-Aufenthalt im März 2007 haben wir uns für eine zweitägige Exkursion entschieden (Preis für zwei Personen 6700 Baht, etwa 140 Euro). Die Tour umfasst in der Regel eine etwa dreistündige Busfahrt in die von Bangkok aus nördlich gelegene Provinz Kanchanaburi (siehe Karte), einen Rundgang durchs Kriegsmuseum und über den angrenzenden Soldatenfriedhof sowie eine Fahrt zur Brücke am Kwai und einen etwa halbstündigen Fußmarsch über den Hellfire Pass.

Bungalow im River Kwai Resotel.

Übernachtet haben wir im River Kwai Resotel, einer sehr schönen von Urwald umgebenen und am Flussufer gelegenen Bungalow-Anlage. Die Zimmer verfügen alle über Klimaanlage und fließend warmes Wasser. Zur Anlage gehört außerdem ein Swimmingpool. Wer für eine Nacht auf den Komfort verzichten kann, sollte sich jedoch für die Unterbringung in den Jungle Rafts entscheiden. Eine Art schwimmendes Hotel, das mit Seilen auf dem Fluss verankert ist. Die Zimmer sind sehr einfach ausgestattet, warmes Wasser und Strom gibt es nicht. Doch die traumhafte Lage entschädigt für fehlenden Luxus. Klickt hier für weitere Hotels in Kanchanaburi.

Meist beinhaltet das Programm der zweitägigen Tour neben Vollpension auch die abendliche Vorführung eines so genannten Mon-Tanzes sowie den Besuch des gleichnamigen Dorfes. Die Mon gehören zur Urbevölkerung Thailands und leben in der Region zwischen Bangkok und Kanchanaburi sowie im benachbarten burmesischen Bergland.

Am zweiten Tag ist meist eine Zugfahrt auf der historischen Bahnstrecke vorgesehen. Die Fahrt führt am Fluss-Ufer entlang über zum Teil noch alte Brücken. Anschließend geht es wieder zurück nach Bangkok. Ankunft im Hotel ist meist am späten Nachmittag.

Geschichte der "Todesbahn"

Während des Zweiten Weltkrieges ließ die Kaiserlich Japanische Armee 1943 Tausende von Kriegsgefangenen nach Kanchanaburi bringen, die dort die so genannte „Todesbahn" errichten sollten. Dabei handelte es sich um eine 415 Kilometer lange Strecke zwischen Thailand und Burma. Sie sollte unter anderem gebaut werden, um die Japaner an den burmesischen Grenzen mit ausreichend Kriegsmaterial für die einfallenden Briten zu versorgen. Bei den Kriegsgefangenen (Prisoner of Wars, kurz: POWs) handelte es sich zum größten Teil um Australier, Holländer und Briten. Die Brücke am Kwai, eine Eisenkonstruktion, wurde von POWs von Java nach Kanchanaburi gebracht.

Berühmt wurde die Brücke am Kwai durch den gleichnamigen Film von David Lean im Jahr 1957. Das Bauwerk wurde während des Krieges mehrfach zerstört und erst nach Kriegsende wieder originalgetreu aufgebaut.

Die Kriegsgefangenen errichteten die Eisenbahnlinie unter Aufsicht der Japaner und unter unmenschlichen Bedingungen. Die Felsbrocken und Steine in der bergigen Landschaft mussten zum Teil mit der bloßen Hand herausgebrochen werden. Eine der Bergschneisen ist der Hellfire Pass, wo heute allerdings außer einem kurzen Schienenstück, einer historischen Lore und einem Gedenkstein kaum noch etwas an die Todesstrecke erinnert.

Die Eisenbahnlinie, für die ursprünglich eine Bauzeit von fünf Jahren eingeplant war, stellten die Kriegsgefangenen unter Druck der Japaner in nur 16 Monaten fertig. Die POWs arbeiteten zum Teil bis zu 18 Stunden und erhielten nur unzureichende Nahrung. Rund 16000 Kriegsgefangene bezahlten den Bau der Todesbahn mit ihrem Leben. Viele der jungen Männer, die meist kaum älter als Anfang 20 waren, starben im Dschungel von Thailand an Malaria und Cholera.

Grabstein auf dem Soldatenfriedhof Don Rak

An diesen grausamen Abschnitt asiatischer Kriegsgeschichte erinnert unter anderem die Gedenkstätte Don-Rak. Zu sehen sind die Grabsteine für 6982 australische, holländische und britische Kriegsgefangene, die beim Bau der Todesbahn ihr Leben ließen. Neben dem Soldatenfriedhof befindet sich das Thai-Burmese Railway Centre. Das Kriegsmuseum dokumentiert anhand von Schautafeln, Fotos, Filmen und Briefen der Gefangenen die 16-monatige Bauzeit der Eisenbahnstrecke. Wie mangelhaft die ärztliche Versorgung in den Kriegsgefangenen-Lagern war, zeigt die Rekonstruktion eines Lazaretts.

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