Tiershows in Thailand – Geschäfte mit Affen und Elefanten

Thailand – Tierschutz contra Tiershows

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Geschäftemacherei mit Tieren ist in den meisten Urlaubsregionen in Thailand leider gang und gäbe. In den Snake Farms des Landes posieren Touristen vor den Kameras mit meterlangen Pythons um den Hals, bei den Monkey Shows heben Gibbons Papp-Gewichte und fahren Dreirad, bei den Elephant Shows spielen Elefanten Fußball und schießen Purzelbäume. Darüber hinaus gibt es Crocodile-Shows, Hahnenkämpfe und Delfin-Shows.

Tierschutzvereine in Thailand fordern Touristen zwar ausdrücklich auf, derlei Shows nicht zu besuchen, doch kommen die meisten Urlauber dieser Aufforderung nicht nach. So stehen beispielsweise auf Koh Samui oder in Khao Lak bei fast jedem organisierten Ausflug Besuche von Elefanten- oder Affen-Shows auf dem Programm. In der Hoffnung auf ein paar gelungene Schnappschüsse macht kaum ein Tourist vor der Manege halt.

Elefantenshows in Thailand

Elefantenshow, Thailand

Hula Hoop mit dem Rüssel. Elefantenshow auf Koh Samui

Einst haben Sie in Thailand beim Abholzen der Wälder geholfen. Heute sind sie gelehrige Artisten, Sportler, begabte Künstler und zuweilen Komiker - und haben ihren großen Auftritt bei Elefantenshows. Mit ihren Kunststücken beglücken sie alljährlich tausende Thailand-Touristen. So bringen sie ihren Besitzern wieder Geld ein, und das sichert letztlich auch den Lebensunterhalt der Elefanten.

Elefanten sind mitunter begnadete Maler. Mit einem Pinsel im Rüssel zaubern sie in wenigen Minuten Blumen, Blätter und Tiere aufs Papier. Und ihre Kunstwerke können sich nicht nur sehen lassen, sie machen sich auch bezahlt. Für 50 bis 80 Euro werden sie an Touristen verkauft, und das bei überaus geringen Materialkosten. Denn Papier und Verpackungsmaterial werden zumeist aus Elefantendung hergestellt.

Doch Elefanten können nicht nur zeichnen und malen, auch beim Fußball machen sie eine Top-Figur. Nur selten verfehlt einer ihrer Bälle das Tor. Beim Balancieren (auf einem Baumstamm) halten sie trotz ihrer Größe und ihres Gewichts das Gleichgewicht.

Das Highlight einer Elefantenshow in Thailand aber dürfte für viele Touristen der meist gleiche krönende Abschluss sein: Die Mahouts (Elefantentrainer) wählen aus der Zuschauer-Menge Freiwillige, die sich nacheinander auf den Boden legen. Auf Kommando bewegt sich der Elefant auf den Liegenden zu, schwenkt nur wenige Zentimeter über dessen Kopf sein gewaltiges Bein, küsst mit seinem feuchten Rüssel das Gesicht und macht sich anschließend an der Hose des Zuschauers zu schaffen. Lachen und Applaus auf den Zuschauerbänken.

Bei solch heiteren Darbietungen wundert es natürlich nicht, dass den Touristen das Geld meist recht locker in den Taschen sitzt. Bündelweise Scheine sammeln die Mahouts am Ende ihrer Shows zusammen, verkaufen Bananen als Elefantenfutter, bedruckte T-Shirts und andere Souvenirs. Bleibt nur zu hoffen, dass die Elefanten auch genug vom Erlös abbekommen.

Elefantenshows Für und Wider

Dem Schutz der Elefanten in Thailand steht die Armut vieler Mahouts (Elefantenbesitzer/ -trainer) gegenüber. Durchschnittlich 500 US Dollar im Monat kostet der Unterhalt eines Elefanten in Thailand, einschließlich Futter, Pflege und ärztlicher Versorgung. Da mit Inkrafttreten des neuen Waldschutzgesetzes in Thailand im Jahr 1989 die Elefanten nicht mehr zum Abholzen der Wälder eingesetzt werden dürfen, sind nicht nur die Mahouts, sondern auch die Elefanten arbeitslos geworden.

Inzwischen haben viele Mahouts im Tourismus-Geschäft eine neue Einnahmequelle gefunden und können ihre Tiere zum Teil auch selbst finanzieren. Sollten die Elefanten-Shows verboten werden, wäre auch diese Einnahmequelle futsch. Bleibt also die Frage, wer in Thailand die Elefanten dann ernährt (?).

Weitere Infos über Elefanten in Thailand findet ihr auf der Seite Elefanten in Thailand - Leben und Schutz.

Besuch einer Affenshow auf Koh Samui

Affenshow, Thailand

Gibbon mit Gitarre bei einer Affenshow auf Koh Samui

Die kleine Freiluftarena nahe Chaweng ist gut gefüllt. Hauptsächlich mit japanischen und englischen Touristen. Ihre Kameras sind längst startklar, manche haben Stative aufgebaut. Und dann heißt es "Manege frei" für Herby. Herby ist ein Affe, genauer gesagt: ein Gibbon. Aufrecht auf zwei Beinen läuft Herby neben seinem Trainer her. An einer langen Kette. Herbys Schicksal ist vermutlich bereits im Babyalter besiegelt worden, als er im Urwald gefangen, seiner Mutter entrissen und in einen Käfig gesperrt wurde. Armer Herby!

Das Gibbon-Männchen steht nun im Mittelpunkt, alle Kameras auf ihn gerichtet. Auf Befehl verrichtet Herby ein Geschäft, greift anschließend nach dem Taschentuch, das sein Trainer schon für ihn bereithält, und wischt seine Hinterlassenschaft auf. Applaus. Anschließend muss Herby auf einem Plastik-Dreirad fahren. Ob er will oder nicht. Die Kette zieht sich straffer um seinen Hals. Der Gibbon fletscht die Zähne, dreht auf Geheiß seines Trainers dann aber doch ein paar Runden mit seinem Dreirad. Erneuter Applaus. Der Affe ist mittlerweile sichtlich nervös, gehorcht seinem Trainer nicht, hat ganz offensichtlich keinen Bock mehr auf den ganzen Zirkus.

Nachdem Herby ein paar Pappgewichte gehoben und Bälle in einen Korb geworfen hat, soll er vorführen, wie auf Koh Samui Kokosnüsse geerntet werden. Geschwind klettert der Affe auf eine Palme (die Kette hinter sich her ziehend) und dreht eine der Kokosnüsse so lange, bis sie zu Boden fällt. Applaus.

Noch ist die Affenshow aber nicht vorbei. Denn zu guter Letzt muss Herby noch einer Reihe von Touristinnen und Touristen auf die Schulter springen und vor den klickenden Kameras japanischer und englischer Touristen posieren. Armer Herby!

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Gudrun Brandenburg

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