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Thailand - Buddha, buddhistische Lehre und Regeln


Buddha

Um 563 vor Chr. wurde in Lumbini (heute Süd-Nepal) am Fuße des Himalaja ein Prinz geboren - Siddharta Gautama. Seine Mutter Mahamaya, die sieben Tage nach der Geburt starb, hatte während ihrer Schwangerschaft geträumt, dass ein silberweißer Elefant seitlich in ihren Körper eingedrungen war. Hindu-Priester interpretierten diesen Traum als Hinweis auf die Geburt eines großen Herrschers oder Buddhas. Sein Vater erzog Siddharta Gautama zu seinem Nachfolger und umgab ihn mit Luxus.

Mit 16 Jahren heiratete Siddharta Gautama seine Cousine, die einen Sohn zur Welt brachte. Wie die Legende berichtet, beschloss Siddharta Gautama nach dem Anblick eines alten, eines kranken und eines toten Mannes an seinem 29. Geburtstag, den weltlichen Genüssen zu entsagen und als Bettelmönch durch Nord-Indien zu ziehen. Nach sechs Jahren Meditation und Selbstkasteiung erlangte er während einer Vollmondnacht 528 v. Chr. unter einem Bodhi-Baum (Ficus religiosa) die Erleuchtung (Bodhi).

Er begann im Hirschpark Isipatana nahe Varanasi, den ersten fünf Jüngern seine Erkenntnis von den Vier Edlen Wahrheiten, dem Leiden, seiner Ursache, der Überwindung des Leidens und dem Weg dorthin, zu offenbaren.

Der Edle Achtfältige Pfad

Die Überwindung des menschlichen Leidens ist weder durch Selbstkasteiung noch durch ein ausschweifendes Leben zu erreichen, sondern auf dem „Mittleren Weg", durch den Edlen Achtfältigen Pfad. Da sich die Welt in ständiger Veränderung befindet, kann nichts von Dauer sein. Entsprechend gibt es keine unveränderlichen Dinge, aus Altem entspringt stets etwas Neues, das durch das Vorangegangene bedingt ist. Die menschliche Wirklichkeit beginnt schon mit der Geburt als ein schmerzhaftes Dasein - und Leiden bestimmt das weitere Leben und den Tod. Mit dem Tod ergibt sich die Möglichkeit einer neuen Geburt, die wiederum einen neuen Leidenszyklus einleitet. Nur die Erkenntnis vom Ursprung des Leidens und den Möglichkeiten seiner Veränderung ermöglicht es dem Menschen, sich zu befreien.

Mönch im Wat Khunaram (Koh Samui).

Der Ursprung allen Leidens liegt in der Begierde nach weltlichen Genüssen und der Unzulänglichkeit, Egoismus und Stolz, die Schwächen seines eigenen Ich, zu beherrschen. Wer ausschließlich nach weltlichen Genüssen strebt, wird die zerstörerischen Kräfte von Hass, Gier, Unzufriedenheit, Angst und Trauer erfahren. Menschen sind ein Produkt ihrer Umwelt. Da sie durch individuelle Erfahrungen und Handlungen geprägt sind, sollten sie die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit nicht dem Zufall überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen. Das Ziel des geistigen Reifeprozesses liegt im Nirwana, in dem man sich von allen Voreingenommenheiten befreit hat. Mit der Loslösung von weltlichen Genüssen und egoistischen Bedürfnissen sowie dem Bemühen, geduldig, liebevoll, wohltätig, mitfühlend und gütig zu sein, wird ein emotional positiver Zustand erreicht.

Damit ist jeder Mensch in der Lage, zu einem höheren Wissen über den Zustand der Welt zu gelangen und sein Karma zu verbessern. Dem Ziel nähert man sich durch ständiges Einüben der acht Regeln vom Edlen Achtfältigen Pfad:

1. Rechte Erkenntnis

Rechte Erkenntnis bzw. Anschauung ist die Anerkennung der vier edlen Wahrheiten und umfasst die Einsicht, wie Leiden entsteht. Denn Unwissen, falsches Wissen, führt zum Leid. Leid entsteht durch das Festhalten der Sinne an Dingen, die wie die Sinne selbst vergänglich sind. Es ist also das Haften unbeständiger Sinne an unbeständigen Objekten. Dadurch entstehen eine Gier und entsprechende Reaktionen wie Ablehnung, Hass und Zorn. All dies bringt Leid mit sich. Zur rechten Erkenntnis gehört auch die Einsicht, dass unser Ich (Selbst) weder autark, noch unsterblich ist und es kein dauerhaftes Glück gibt.

2. Rechte Gesinnung

Rechte Gesinnung, rechter Entschluss oder rechtes Denken bedeuten, ohne Hass und anderen gegenüber mit Wohlwollen zu handeln. Aus Mitgefühl mit Tieren sollte auf den Genuss von Fleisch verzichtet und vegetarisch gelebt werden. Es geht darum, die Gedanken stets zu prüfen und sich die Frage zu stellen: Handelt es sich um einen heilsamen Gedanken, also einen Gedanken, der mir und anderen wohl tut? Oder um einen unheilsamen Gedanken, der mir und anderen Ungemach oder Leid beschert?

3. Rechte Rede

Rechte Rede meidet Lügen, Verleumdungen, Beschimpfungen, unnützes Gerede und Klatsch. So sollen auch andere zum heilsamem Handeln angeregt werden. Wie die Gedanken ist die Rede heilsam oder unheilsam, nützlich oder unnützlich, wahr oder falsch. Ein Wort des guten Wandels ist, „wenn es zur rechten Zeit gesprochen wird, wenn es wahr, höflich, zweckmäßig ist und aus liebevoller Gesinnung kommt".

4. Rechtes Handeln

Rechtes Handeln bedeutet ein Leben gemäß den Fünf Silas, den Tugendregeln des Buddhismus. Eine Tat, die sich für einen selbst oder andere negativ auswirkt, ist zu unterlassen. Taten, die Wohl auslösen, sind auszuführen.

5. Rechter Lebenserwerb

Rechter Lebenserwerb bedeutet, einen Beruf auszuüben, der keinem anderen Lebewesen schadet. Berufe, die gegen die buddhistischen Gebote verstoßen, sind zu meiden. Das sind in erster Linie Berufe, durch die Lebewesen bedroht oder getötet werden. Mit rechter Lebensweise unvereinbare Berufe sind Metzger, Jäger, Fischer, Soldat, Waffenhändler, Drogenhändler und Tierhändler.

6. Rechte Anstrengung

Rechte Anstrengung meint den Willen, Affekte wie Begierde, Hass, Zorn und Ablehnung zu zügeln. Wie beim „Rechten Denken" geht es um die Kontrolle der Gedankenwelt und den Austausch unheilsamer durch heilsame Gedanken.

7. Rechte Achtsamkeit

Rechte Achtsamkeit betrifft zunächst den Körper: Bewusstwerden aller körperlichen Funktionen wie Atmen, Gehen, Stehen etc. Bewusstwerden aller Sinnesreize, Affekte und Gedanken. Was einem bewusst ist, lässt sich auch kontrollieren. Durch die Achtsamkeit auf das „Innere" lassen sich die Gedanken überprüfen und benennen. Es geht um ein Bewusstwerden des ständigen Flusses der Gefühle und der Bewusstheitszustände. Die Achtsamkeit auf das „Äußere" bewirkt, ganz im Hier und Jetzt zu leben, nicht der Vergangenheit nachzuhängen und in der Zukunft zu schwelgen. Das heißt auch, ganz bei der Sache zu sein, bei einer Person oder bei einem Gespräch.

8. Rechtes Sichversenken

Rechtes Sichversenken bzw. rechte Sammlung bezeichnet die Fähigkeit, den unruhigen und abschweifenden Geist zu kontrollieren. Häufig auch als höchste Konzentration bezeichnet, ist die rechte Sammlung ein zentraler Teil der buddhistischen Spiritualität. Um zur rechten Sammlung zu gelangen, haben die buddhistischen Schulen viele Methoden und Techniken entwickelt. Es geht hier im Wesentlichen um eine buddhistische Meditation, die vor allem die Konzentration auf ein einziges Phänomen, häufig das Atmen, verwendet, um den Geist von Gedanken zu befreien und zur Ruhe kommen zu lassen.

Quellen: Thailand - Der Süden. Stefan Loose Travel Handbücher,
September 2005, DuMont Reiseverlag, Ostfildern, S. 97-100 / Wikipedia

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