Mango, Durian & Co: Obst und Früchte in Thailand
Thailändische Märkte sind überaus farbenfroh. Nicht zuletzt wegen des großen Angebots an tropischen Früchten. Hier türmen sich orangefarbene Mandarinen neben pinkfarbenen Drachenfrüchten, dort grüne Mangos neben rötlich-braunen Litschis. Früchte gibt’s in Thailand in allen Farben und von (fast) jeder Sorte. Die meisten von ihnen erreichen ihre volle Reife in den Monaten Mai bis September und werden in dieser Zeit geerntet. Aber auch in der kühleren Jahres- und Hauptreisezeit (November bis März) gibt es ein reichhaltiges Angebot an frischem Obst. Ananas, Papaya, Karambola (Sternfrucht) und Kokosnüsse beispielsweise werden in Thailand ganzjährig geerntet. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss, welche Früchte in Thailand wachsen, wie sie gegessen und welche von ihnen zum Kochen verwendet werden.
Früchte in Thailand - Überblick
![]() |
PAPAYA (Thai: Malagor, lat.: Carica papaya) |
| Papayabäume stammen ursprünglich aus Amerika und wachsen heute in ganz Südostasien. Das Fruchtfleisch der Papaya ist verhältnismäßig säurearm und schmeckt daher am besten mit Limette beträufelt. Unreife Früchte werden in Thailand als Gemüse gegessen. Bekannt ist vor allem der sehr scharfe Papayasalat Som Tam, der mit getrockneten Garnelen zubereitet wird. | |
![]() |
KOKOSNUSS (Thai: Maprao, lat.: Cocos nucifera) |
| Thailändische Kokosnüsse unterscheiden sich von den hierzulande bekannten Importfrüchten mit festem weißen Fruchtfleisch und harter brauner Schale. In Thailand sind zwei Sorten verbreitet: kleine und runde Kokosnüsse mit weichem Fruchtfleisch sowie große Früchte, die viel Kokoswasser enthalten und aufgeschlagen an Straßenständen verkauft werden. Das Kokosfleisch wird frisch gegessen, getrocknet und zu Flocken verarbeitet oder für die Herstellung von Kokosmilch mit heißem Wasser extrahiert. Kokosmilch ist unverzichtbarer Bestandteil der thailändischen Küche und wird bei der Zubereitung von Currys und Suppen verwendet. Kokospalmen wachsen in den Küstenregionen und auf Inseln (z. B. Koh Samui). Pro Baum werden 30 bis 80 Nüsse geerntet. Die Ernte erfolgt entweder mit Messern, die an lange Stöcke gebunden sind, oder durch trainierte Makaken und Gibbons. | |
![]() |
ANANAS (Thai: Sapparot, lat.: Ananas comosus) |
| Ananas stammt ursprünglich aus Südamerika und wird heute in ganz Thailand angebaut. Thailand gehört zu den weltgrößten Exportländern für Ananas-Konserven. Ananas wird in Thailand an Straßenständen mundgerecht geschnitten in Plastikbeuteln verkauft. Eine halbe Ananas kostet 10 Baht (20 Cent). Die Thais schälen die Frucht nach der asiatischen Methode. Zunächst werden Blätter und Stiel abgetrennt, dann mit diagonalen Kerbschnitten die "Augen" entfernt. Anschließend wird die Ananas geviertelt und der Strunk herausgeschnitten. Die Viertel wiederum werden in mundgerechte Stücke zerteilt. Ananas wird auch gekocht. Ein beliebtes Gericht der thailändischen Küche heißt Gaeng Muh Saparot, ein Ananas-Schweinefleisch-Curry. | |
![]() |
DRACHENFRUCHT (Thai: Gaeow Mangkhon, lat.: Hylocereus undatus) |
| Drachenfrüchte, auch Pitahaya oder Pitaya genannt, sind die Früchte von ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Kakteengewächsen (Hylocereus). Die Pithaya hat eine pinkfarbene Schale und weißes Fruchtfleisch mit kleinen dunklen Samen. Unreife Früchte werden in Thailand als Gemüse gekocht, die süß-säuerlich reifen als Obst verzehrt. Drachenfrüchte bestehen zu etwa 90 Prozent aus Wasser und enthalten viel Eisen, Calcium und Phosphor. | |
![]() |
BANANE (Thai: Gluai, lat.: Musa) |
| In Thailand werden rund 20 verschiedene Bananensorten in Gärten und auf Plantagen angepflanzt. Davon sind die meisten um einiges kleiner als die hierzulande bekannten großen gelben Bananen. 2002 wurden in Thailand rund 1,8 Millionen Tonnen Bananen geerntet. In der Thai Küche ist das Obst eine beliebte Zutat. Unreife Früchte werden mit Chili als scharfer Salat gegessen oder für die Herstellung von Bananenchips scheibchenweise in der Sonne getrocknet. Reife Früchte werden als Obst verzehrt, gekocht und gebraten. Beliebte Gerichte sind Gluei Naam Gatih (Banane in Kokosmilch) und Roti (Bananen-Pfannkuchen oder Banana-Pancake). Auch Bananenblätter finden in der Thai Küche Verwendung. In ihnen wird Fleisch oder Fisch gegart. Das Fleisch bleibt auf diese Art schön saftig. Ein beliebtes Gericht mit Bananenblättern ist Ho Mok Plah (Gedämpftes rotes Fischcurry im Bananenblatt). Die Blüten beziehungsweise Knospen der Bananenstaude werden in Thailand als Gemüse verzehrt. | |
![]() |
ROSENAPFEL (Thai: Chomphu, lat.: Syzygium spec.) |
| Rosen- oder Wasseräpfel gibt es in Thailand in unterschiedlichen Farben, von Grasgrün bis Knallrot. Das Fruchtfleisch ist nicht besonders aromatisch und wird daher gern mit Zucker oder Salz gegessen. Im Unterschied zu den hierzulande verbreiteten runden Apfelsorten haben Rosenäpfel eine eher birnenähnliche Form. | |
![]() |
MANGO (Thai: Mamunag, lat.: Mangifera indica) |
| Von den weltweit über 1.000 bekannten Mangosorten wachsen in Thailand etwa ein Dutzend. Mangofrüchte haben eine dünne Schale und je nach Reifegrad ein weiches bis faseriges orangefarbenes Fruchtfleisch mit einem flachen Kern. Mangos können bis zu zwei Kilogramm schwer werden und unterschiedlich gefärbt sein. Manche haben eine gelbe Farbe, andere eine rote, wieder andere eine grüne oder eine gemischte Farbe. Auf thailändischen Märkten sind meist kleinere gelbe und grüne Mangos zu finden. Wie Ananas werden auch Mangos mundgerecht geschnitten in Plastiktütchen oder in Folie verpackt an Straßenständen, auf Märkten oder in Supermärkten verkauft. Preis je nach Menge zwischen 10 und 20 Baht. Sowohl reife als auch unreife Früchte (sind härter und schmecken säuerlich) werden in Thailand als Obst gegessen oder finden in der Thai Küche Verwendung. Auf fast jeder thailändischen Speisekarte steht Grüner Mangosalat (Yam Ma Muang), der mit Limettensaft und Fischsoße angerichtet wird. Ein beliebtes Dessert aus der Zentralregion ist Kao Niaow Ma Muang (Klebreis mit Mangos). Daneben werden auch Fleisch- und Fischcurrys mit Mangofrüchten zubereitet. | |
![]() |
JACKFRUCHT (Thai: Kanun, lat.: Artocarpus heterophylla) |
| Jackfrüchte können bis zu 90 Zentimeter lang werden und einen Durchmesser von einem halben Meter haben. Sie gelten als die größten essbaren Früchte der Welt. Sie wachsen direkt am Stamm des Jackfruchtbaumes oder an seinen Hauptästen und werden mitunter bis zu 50 Kilogramm schwer. Unter der Schale befinden sich viele sechseckige Einzelfrüchte, deren Duft an Ananas und Banane erinnert. Die Früchte enthalten einen etwa zwei Zentimeter großen Samen. In Thailand werden die Samen gekocht oder geröstet gegessen. Reife Jackfrüchte verbreiten oftmals einen unangenehmen Geruch, der jedoch auf das orangegelbe Fleisch im Inneren der einzelnen Fruchtsektionen nicht übergeht. Das Fruchtfleisch schmeckt feigenartig und leicht nach Honig. Das Fleisch noch unreifer Früchte wird als Gemüse in Currys und Kokosmilchgerichten verwendet. | |
![]() |
KAKI (lat.: Diospyros kaki) |
| Die Kaki (auch Persimone) ist die orangefarbene, von der Form her einer Tomate ähnelnde Frucht des Kakibaums. Sie stammt ursprünglich aus China und wird umgangssprachlich daher auch "Chinesische Pflaume" genannt. Das geleeartige Fruchtfleisch, das bis zu acht Kerne umschließen kann, hat je nach Reifegrad einen sehr herben bis sehr süßen Geschmack. In ganz Asien werden der Kakifrucht unterschiedliche Heilkräfte zugesprochen. Sie soll magenstärkend wirken und bei Durchfall helfen. Der Saft einer noch unreifen Frucht soll den Blutdruck senken. | |
![]() |
LITSCHI o. LYCHEE (Thai: Linchi, lat.: Litchi chinensis) |
| Litschibäume sind in Südchina beheimatet, wachsen heute aber auch in vielen anderen Ländern mit subtropischem Klima. In Thailand wird die Litschipflaume in fast allen Provinzen angebaut. Die Früchte haben eine rötlich-braune dünne Schale und ein weiß-transparentes Fruchtfleisch, das einen Kern umschließt. Der Geschmack ist sehr aromatisch und variiert je nach Sorte von süß bis süß-sauer. Hat man die poröse Schale der Litschi erst einmal mit dem Daumennagel oder Messer eingeritzt, lässt sich das Fruchtfleisch leicht herauslösen. Litschis werden frisch als Obst oder eingemacht als Kompott verzehrt. (Foto: Kurt Domnik/pixelio.de) | |
![]() |
LONGAN (Thai: Lamyai, lat.: Dimocarpus longan) |
| Longanfrüchte sehen der Litschifrucht etwas ähnlich. Auch sie haben die Größe etwa einer Cocktailtomate (2 bis 2,5 cm) und ein glasiges weißliches Fruchtfleisch. Die Schale der Longan ist im Unterschied zur rötlich-braunen Litschi hellbraun. Die Früchte sind sehr saftig und haben einen süß-sauren Geschmack. Der Kern kann nicht mitgegessen werden. In Thailand wachsen Longan-Bäume vor allem in den nördlichen Provinzen wie Lamphun, Chiang Rai und Chiang Mai. Die Früchte können mit den Fingern geschält werden. Longans werden frisch als Obst verzehrt oder finden in der Thai Küche bei Reis- und Wokgerichten Verwendung. | |
![]() |
RAMBUTAN (Thai: Ngoh, lat.: Nephelium lappaceum) |
| Rambutanfrüchte sind etwa fünf Zentimeter groß, leuchtend rot und haben feine stachelige Haare. Das Fruchtfleisch ist weißlich und ähnelt dem der Litschifrucht. In Thailand werden die saftig-süßen Rambutan gern als Obst gegessen, aber auch zu Marmelade, Gelee und Früchtetee verarbeitet. Für den Export ins Ausland werden die Früchte in Dosen konserviert. | |
![]() |
DURIAN (Thai: Thurian, lat.: Durio zibethinus) |
| Die Durian, umgangssprachlich auch Stinkfrucht genannt, stammt ursprünglich aus Indonesien und Malaysia und wird heute in ganz Südostasien angebaut. Dort gilt sie als Delikatesse und ist für viele Einheimische unerschwinglich. Die Durian kann so groß wie ein Menschenkopf werden und hat eine gelb- bis graugrüne Farbe. An ihrer Schale befinden sich etwa ein Zentimeter lange Stacheln. Stinkfrucht heißt sie deshalb, weil die Durian einen Gestank von faulen Eiern, altem Käse und verunreinigter Toilette verbreiten kann. Diesen Geruch entwickelt die Frucht allerdings erst ein paar Tage, nachdem sie gepflückt wurde. Frisch vom Baum hat die Durian einen angenehmen Duft, und ihr Fruchtfleisch schmeckt köstlich nach Vanille und Mandel. Das Innere der Frucht ist in vier bis sechs Segmente unterteilt. Jedes Segment enthält wiederum bis zu sechs Samen, die mit Fruchtfleisch umgeben sind. In Thailand wird Durian als Obst gegessen und zu Marmelade verarbeitet. Auch in Kuchen, Eis, Saft und Currygerichten ist sie eine beliebte Zutat. Wegen des unerträglichen Gestanks ist die Mitnahme von Durianfrüchten in thailändische Hotels nicht gestattet. | |
![]() |
POMELO (Thai: Som-O, lat.: Citrus grandis) |
| Die Pomelo ist eine Zitruspflanze, die Anfang der 70er-Jahre in Israel aus einer Rückkreuzung zwischen Grapefruit und Pampelmuse hervorgegangen ist. Die Frucht ist kleiner als eine echte Pampelmuse und größer als die Grapefruit. In Südostasien wie etwa in Thailand fallen die Früchte jedoch weitaus größer aus und können ballgroß werden. Die Schale der Pomelo hat eine weißgelbe bis grünliche Farbe, das Fruchtfleisch ist hellgelb bis rosarot und schmeckt süßlich. Die Pomelo wird in Thailand wie eine Grapefruit als Obst gegessen und auch beim Kochen verwendet. Ein beliebtes Gericht ist zum Beispiel Yam Som-O, ein Pomelo-Garnelen Salat. | |
→ Zum Seitenanfang ● Blumen und Pflanzen ● Tiere ● Thai Küche ● Rezepte















