Thailand Flüge, Hotels und Pauschalreisen Buchempfehlungen: Thailand Bücher und DVDs Anzeige schalten Sitemap Impressum Disclaimer Gästebuch





 Seite drucken

Kambodscha: Phnom Penh, Angkor und Sihanoukville

Zurück

Fotos: Nercessian (2), pixelio (5)

Weiter


Marie-Therese Nercessian

Von Marie-Thérèse Nercessian

Hauptsache reisen. Unsere Gastautorin Marie-Thérèse Nercessian ist gern und viel unterwegs. In den letzten Jahren tourte die Mutter eines erwachsenen Sohnes vor allem durch die Länder Südostasiens. Neben Kambodscha besuchte sie auf wochenlangen Reisen auch Thailand, Laos, Malaysia und Vietnam.

Marie-Thérèse Nercessian studierte in den 90er-Jahren Betriebswirtschaft in München. 1999 kam sie nach Berlin und arbeitet seitdem in ihrer Wahlheimat als Journalistin. Seit 2000 ist sie Redakteurin bei einer überregionalen Tageszeitung.

Die Redaktion von klick-thailand.de bedankt sich für den ausführlichen Gastbeitrag über Thailands Nachbarland Kambodscha. Weitere Gastbeiträge per Mail sind jederzeit herzlich willkommen.

Kambodscha - Lage, Klima und Reisezeit

Kambodscha liegt am Golf von Thailand und grenzt im Norden an Laos, im Westen und Nordwesten an Thailand sowie östlich und südöstlich an Vietnam (siehe Karte). Das Land mit der Hauptstadt Phnom Penh hat rund 14.200.000 Einwohner.

Die kühlere Jahresezeit zwischen November und Februar ist für Touristen Hauptsaison. In diesen Monaten liegen die Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Die heiße Jahreszeit mit Höchstwerten von 33 bis 36 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit dauert von März bis Mai, die Regenzeit von Juni bis Oktober. In dieser Zeit steigt der Wasserstand der Flüsse stark an, so dass vor allem im September und Oktober unbefestigte Straßen oftmals zu Matschwegen werden. Überschwemmungen sind keine Seltenheit.

Einreise und Visa

Für die Einreise nach Kambodscha ist ein Reisepass nötig, der noch mindestens sechs Monate nach der geplanten Rückreise gültig sein muss. Touristen erhalten bei der Ankunft an den Flughäfen von Phnom Penh und Siem Reap sowie an den Grenzübergängen zu Thailand (Poipet und Koh Kong) ein Visum für einen Aufenthalt bis zu einem Monat (20 Dollar). Bei Einreise über Vietnam oder Laos muss das Visum in der Regel vorab besorgt werden.

Anreise und Verkehrsmittel

Weiterflug von Bangkok nach Pnomh Penh.

Wer günstig reisen will, bucht in Deutschland einen Billigflug nach Bangkok und fliegt anschließend z. B. mit Air Asia (ab 20 Dollar) oder Thai Airways nach Phnom Penh. Die Anreise ist auch mit dem Schiff von Koh Kong oder auf dem Landweg über Thailand (Aranyaprathet/Popet bzw. Trat//Koh Kong) möglich.

Verkehrsmittel Nummer eins ist wie in ganz Südostasien das Moped. Lebensmittel, Wellpappe fürs Häuschen oder auch mal ein lebendes Schwein werden so transportiert. Und nicht selten finden bis zu vier Personen auf einem Mofa Platz. Selbsternannte Guides sind ständig auf der Suche nach Fahrgästen für ein paar Minuten, Stunden oder gern auch für den ganzen Tag.

Natürlich gibt es auch Taxen und Busse, sowohl komfortable Touristenbusse als auch günstige Linienbusse, die vor allem von Einheimischen genutzt werden.

Unterkünfte

Einfache Hotelzimmer und Bungalows gibt es schon für ein paar Euro. Man kann aber auch für ein Zimmer um die 200 Euro ausgeben, etwa im Raffles Hotel Le Royal in Pnomh Penh oder im Designhotel The Quay. Sämtliche Hotels und Resorts in Kambodscha findet ihr auf dieser Seite.

Phnom Penh

Die kambodschanische Hauptstadt hat rund zwei Millionen Einwohner und liegt im Südwesten des Landes am Tonle Sap, einem Zufluss des Mekong. Phnom Penh ist das bedeutendste wirtschaftliche Zentrum des Landes. Es gibt eine Universität – die Royal University of Phnom Penh – einen internationalen Flughafen sowie einen Hafen. Über den Mekong ist die Stadt auch für kleinere Seeschiffe erreichbar.

Vom Erfolg der asiatischen Tigerländer Thailand und Malaysia ist Kambodscha noch immer weit entfernt. Doch die Kambodschaner sind fleißig, und an jeder Ecke gibt es Sprachschulen. Denn ohne Englisch läuft es nicht – weder im Tourismus, noch in der Wirtschaft.

Sehenswürdigkeiten

Königspalast in Phnom Penh. Foto: KERTHO

Die Bandbreite der architektonischen Sehenswürdigkeiten reicht vom Königspalast über den alten Khmer-Tempel Wat Phnom bis zum National-Museum mit Exponaten der Khmer-Kunst. Einflüsse französischer Kolonial-Architektur sind noch überall zu finden, etwa am ehemaligen Kolonialhotel Le Royal oder dem Foreign Correspondent’s Club of Cambodia (FCC). Und der Zentralmarkt Phsar Thmei präsentiert sich im Art-Déco-Stil der 1920er-Jahre.

Besuche des Roten-Khmer-Mahnmals Tuol Sleng (ehemaliges Foltergefängnis) und des Massengrabes Killing Fields eröffnen Einblicke in die Schreckensherrschaft der Roten Khmer (1975 bis 1979) und den folgenden Bürgerkrieg. Während der Herrschaft der roten Khmer, einer kommunistischen Guerillatruppe, kamen in Kambodscha rund zwei Millionen Menschen ums Leben. Ein Teil von ihnen wurde in Todeslagern umgebracht, andere starben bei der Zwangsarbeit auf den Reisfeldern.

Touristenzentrum von Phnom Penh ist der Sisowath Quay mit seiner zwei Kilometer langen Fußgängerpromenade, seinen zahlreichen Restaurants, Bars, Hotels und kleinen Geschäften. Am Spätnachmittag kommen aber auch die Stadtbewohner zum Bummeln oder Picknicken. Nicht versäumen solltet ihr eine Bootsfahrt auf dem Mekong bei Sonnenuntergang. An der Flusspromenade eröffnen sich Einkaufserlebnisse ganz besonderer Art: frittierte Spinnen, Käfer und Kakerlaken.

Wer keinen Hunger auf solch exotische Leckereien hat, kann stattdessen eines der vielen preiswerten Lokale besuchen oder auch einen der zu Hauf in Käfigen angebotenen Singvögel kaufen und fliegen lassen. Das ist gut fürs Karma (und ebenfalls gut für die Tiere - Anm. d. Red.). Auch bringt's den Verkäufern Geld, und am liebsten amerikanische Dollars. Darüber hinaus werden am Sisowath Quay Gemüse und Obst aus eigenem Anbau, Benzin in Plastikflaschen oder Vermittlungsdienste aller Art offeriert. Wer nichts zu verkaufen hat oder – wie die vielen Kriegs- und Minenopfer – über nur begrenzte Arbeitskraft verfügt, erbettelt sich mit den Verkauf von Postkarten ein paar kambodschanische Riel.

Siem Reap und Angkor Wat

Tempel in der Ruinen-stadt Angkor. F.: KERTHO

Weltkulturerbe und Tempel-Paradies Nummer eins aller Kambodscha-Reisenden ist wohl das Städtchen Siem Reap mit der Tempelanlage Angkor Wat und weiteren kleineren Tempeln wie dem Banteay Srei oder dem malerisch mitten im Urwald gelegenen, von Baumwurzeln umrankten Ta Prohm (Drehort von Tomb Raider) sowie dem Tempelkomplex Bayon. Das Gelände von Angkor Wat misst in west-östlicher Richtung knapp 1,5 Kilometer und in nord-südlicher-Richtung etwa 1,3 Kilometer. Entstanden ist die Tempelanlage im 12. Jahrhundert. Die Gebäude bestehen aus kunstvoll gestalteten Sandsteinen, sind jedoch stark vom Verfall gezeichnet.

Siem Reap lässt sich mit dem Flugzeug, Bus, Auto oder Boot erreichen. Eine Bahnverbindung besteht nicht. Am bequemsten und unkompliziertesten ist die Anreise mit dem Flugzeug von Phnom Penh oder direkt aus dem Ausland. Die Bootsfahrt von Phnom Penh über den Tonle Sap, vorbei an schwimmenden Dörfern, dauert knapp vier Stunden.

Sihanoukville (Kampong Som)

Hauptattraktion der Küstenstadt Sihanoukville sind ihre schönen Strände. Sihanoukville (nach dem Namen des Königs) wurde erst Mitte des letzten Jahrhunderts als Hafenstadt gegründet. Auch der alte Name der Stadt, Kampong Som, ist noch immer verbreitet. Die Stadt liegt umgeben von Regenwald an der Südostküste Kambodschas. Zur thailändischen Grenze sind es nur wenige Kilometer.

Erst mit den im Jahr 1993 unter UN-Aufsicht durchgeführten freien Wahlen wurde Sihanoukville wiederentdeckt. UN-Mitarbeiter verschiedener Staaten hatten durch ihren Aufenthalt die Stadt wiederbelebt. Wegen seiner Ursprünglicheit und der günstigen Preise ist Sihanoukville seither ein beliebtes Ziel von Rucksackreisenden. Ein Holzbungalow mit Meerblick ist schon ab 20 Euro zu haben. Für Amüsierfreudige gibt es Lokale am Strand, Vollmondpartys und Bars. Aber auch die Schattenseiten des Tourismus, wie Bettler, Kinderarbeit oder Kinderprostitution, sind hier wie in der Hauptstadt verbreitet.

Es gibt zahlreiche Hotels und Bungalowanlagen am Sokha, Victory und Ochheuteal Beach. Das Zentrum der Stadt mit seinen verfallenen Straßen und Gebäuden ist eher unattraktiv. Am Victory Beach mit vielen kleinen Restaurants und Bars mit Reggae-Musik gibt es einfache Guesthouses schon ab fünf Euro. Am Strand werden für ein paar Dollar fangfrische Garnelen mit einer herrlichen und doch ganz einfachen Pfeffer-Zitronensauce verkauft - und auf Wunsch auch gleich mundgerecht gereicht. Zahlreiche Lokale bieten Reisgerichte, Fisch, Currys und auch exotische Schlangengerichte an.

Relaxen am Serendipity Beach. Foto: Nercessian

Das glasklare warme Wasser ist leider nicht immer sauber. Der größte und "touristischste" Strand ist der Ochheuteal-Beach mit vielen kleinen Bungalowanlagen (der nördliche Teil des Strandes heißt Serendipity Beach). Ochheuteal-Beach könnt ihr Liegestühle und Sonnenschirme mieten. Händler verkaufen Meeressfrüchte und frisches Obst. Die Restaurants und Bungalows sind allerdings teurer als anderswo und kosten bis ca. 70 Euro pro Nacht.

Im Ream Nationalpark außerhalb von Sihanoukville wurde ein großes Gebiet des Urwaldes und der Mangrovensümpfe unter Naturschutz gestellt. Bei Boots-und Wandertouren könnt ihr u. a. Vögel, Affen und Fischadler beobachten.

Sihanoukville ereicht ihr am besten mit einem der Busse oder Minibusse aus der ca. 230 km entfernten Hauptstadt Phnom Penh oder über Thailand – über eine Piste im Dschungel bis zur Grenze nach Hat Lek (ca. 12 Dollar).

Zum SeitenanfangHotels und Resorts in KambodschaThailand Reiseführer