Myanmar - Land und Leute, Politik und Geschichte

Novizen, Myanmar

Novizen, Myanmar. Foto: M.-T. Nercessian

Von Marie-Thérèse Nercessian

Marie-Thérèse NercessianUnsere Gastautorin Marie-Thérèse Nercessian ist viel und gern unterwegs. In den letzten Jahren tourte die Mutter eines erwachsenen Sohnes vor allem durch die Länder Südostasiens. Neben Myanmar (ehemals Burma), Laos und Thailand besuchte sie auf wochenlangen Reisen auch Kambodscha, Vietnam und Malaysia.

Marie-Thérèse Nercessian wurde am Rhein geboren, ist in München aufgewachsen und lebt in Berlin. In den 1980er-Jahren studierte sie Touristik in Los Angeles, in den 1990er-Jahren Betriebswirtschaft in München und 2010 Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. 1999 kam sie nach Berlin und arbeitet seitdem in ihrer Wahlheimat als Journalistin. Seit 2000 ist sie Redakteurin bei einer überregionalen Tageszeitung. 2013 veröffentlichte sie das eBook Das Welterbe Indochinas (9,99 Euro, als gedrucktes Buch * 18,90 Euro) sowie das eBook Sieben Tage in Burma * (2,99 Euro).

Myanmar - Land und Bevölkerung

Anzeige

Booking.com

Myanmar ist eines der größten Länder Südostasiens und umgeben von Gebirge. Das Land grenzt im Norden an China und Indien, im Westen an den Golf von Bengalen und Bangladesch und im Süden an Laos, Thailand und die Andamanensee, in die der mehr als 2000 Kilometer lange Ayeyarwaddy mündet.

Die Republik der Union Myanmar hat rund 55 Millionen Einwohner. 70 Prozent von ihnen leben auf dem Land. Offiziell gibt es 135 Volksgruppen, die 240 Sprachen und Dialekte sprechen. Hauptstadt ist seit 2005 Naypyidaw. Die ehemalige Hauptstadt Rangun ist mit über sechs Millionen Einwohnern aber weiterhin das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Myanmar besteht aus sieben Provinzen: Ayeyarwady, Bago, Magwe, Mandalay, Sagaing, Tanintharyi und Yangon, die überwiegend von Bamar (Birmanen oder Burmesen) bewohnt werden. Zu dieser ethnischen Gruppe zählen mehr als zwei Drittel der Bewohner. Daneben gibt es sieben von Minoritätenvölkern bewohnte - und nach ihnen benannte - Staaten: Chin, Kachin, Kayah. Kayin, Mon, Rakhine und Shan (die größte Minderheit). Amtssprache ist Birmanisch. Englisch ist die erste Fremdsprache und auch im internationalen Geschäftsverkehr geläufig.

Myanmar - Politik und Wirtschaft

Seit 2011 hat Myanmar nach Jahren der politischen und wirtschaftlichen Isolation offiziell wieder eine zivile Regierung - allerdings immer noch mit Militäreinfluss. Die Regierungspartei USDP wurde 2010 von der Militärregierung gebildet. Regierungschef ist Staatspräsident Thein Sein. Seit den Nachwahlen im April 2012 ist auch die National League for Democracy von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi im Parlament vertreten.

Noch dominiert der Agrarsektor die Wirtschaft. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt knapp über 1500 US-Dollar. Viele Bewohner, vor allem der ländlichen Gebiete, sind arm. Das Land verfügt über viele Boden- und Naturschätze. Exportiert werden hauptsächlich Erdgas, Holz, Agrarprodukte, Holz, Edelsteine, Textilien und Fischereiprodukte. Hauptimportgüter sind Kraftstoffe und Maschinen, Stahl, Konsumgüter und Arzneimittel. Über 70 Prozent des Exports gehen in die asiatische Region, und etwa 90 Prozent der Importe kommen von dort. Mit seiner Öffnungs- und Reformpolitik will Myanmar internationale Anerkennung erlangen. Das Land ist Mitglied in internationalen Organisationen, wie UNO, UNESCO oder Weltbank.

Myanmar - Geschichte

Bereits im 11. Jahrhundert gründete König Anawrahta (1044-1077) das erste burmanische Reich. Einer seiner Nachfolger verweigerte im Jahr 1273 die Tribut-Zahlungen an China – das damals von den Mongolen beherrscht wurde – und ließ Boten des Herrschers Kublai Khan hinrichten. Daraufhin wurde das Reich von Bagan bei insgesamt vier chinesischen Strafexpeditionen von 1277 bis 1287 zerstört.

Im 19. Jahrhundert erlangte die Kolonialmacht Großbritannien nach und nach die Herrschaft: Im ersten anglo-burmanischen Krieg (1824-1826) fielen Rakhine und Tanintharyi an England. 1852 folgte ganz Niederburma, und nach dem dritten anglo-burmanischen Krieg (1885-1886) wurde Burma ein Teil von Britisch-Indien. Thibaw Min (1859-1916), der letzte König von Burma, wurde mit seiner Familie ins Exil nach Indien geschickt. 1942 besetzte Japan Burma. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land erneut von den Briten besetzt.

1948 wurde Burma in die Unabhängigkeit entlassen, blieb aber politisch instabil. Bogyoke Aung San entwarf 1947 eine Verfassung für eine Union Burma, wurde aber bald darauf ermordet. 1958 übergab die Regierung U Nu die Macht an Verteidigungsminister General Ne Win, der wie ein Diktator herrschte. Er trat 1981 als Präsident zurück, bestimmte aber die Politik im Hintergrund weiterhin. Das Militär SLORC unterdrückte demokratische Bewegungen und stellte Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi 1989 unter Hausarrest. Obwohl diese die Wahlen 1990 gewann, blieb das Militär an der Macht, begann aber wegen des politischen und wirtschaftlichen Drucks mit Reformen.

1997 erhielt Burma die ASEAN-Mitgliedschaft. Trotz allen Fortschritts blieben aber die alten Konflikte zwischen den Ethnien bestehen. Es gibt weiter bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Militär und Widerstandsgruppen, die für mehr Autonomie oder Unabhängigkeit kämpfen.

[ nach oben ]

Entdecke Thailand mit
Gudrun Brandenburg

Folge mir auf:

  • Gudrun
  • Hi, ich bin Gudrun, reise für mein Leben gern, liebe Südostasien und schreibe klick-thailand.de. Ich arbeite als Redakteurin und baue Webseiten. Mehr über mich erfährst du bei
  • Gudrun Brandenburg

Anzeigen

  • Günstige Flüge * nach Thailand und weltweit findest du bei momondo. momondo ist seit Jahren eine der beliebtesten Flug-Suchmaschinen und meine Top-Empfehlung für die Flugsuche:
  • Meine Lieblings-Kreditkarte auf Reisen ist die Santander 1PlusCard. Mit dieser Visa-Card kannst du weltweit kostenlos Bargeld abheben. Die Gebühren der Automaten-Betreiber werden ebenfalls erstattet. Bestelle die 1PlusCard hier ✓
  • Santander 1PlusCard