Vietnam: Die Insel Phu Quoc - Ein Reisebericht

Strand auf Phu Quoc und vietnamesischer Markt

Strand und Menschen auf der vietnamesischen Insel Phu Quoc.

© Son Tran Hoang - Fotolia.com / Isabelle Nery - Fotolia.com


Unsere Gastautorin Marie_Thérèse Nercessian

Von Marie-Thérèse Nercessian

Hauptsache reisen. Unsere Gastautorin Marie-Thérèse Nercessian ist gern und viel unterwegs. In den letzten Jahren tourte die Mutter eines erwachsenen Sohnes vor allem durch die Länder Südostasiens. Neben Vietnam besuchte sie auf wochenlangen Reisen auch Thailand, Laos, Malaysia und Kambodscha. Marie-Thérèse Nercessian studierte in den 90er-Jahren Betriebswirtschaft in München. 1999 kam sie nach Berlin und arbeitet seitdem in ihrer Wahlheimat als Journalistin. Seit 2000 ist sie Redakteurin bei einer überregionalen Tageszeitung.

Die Redaktion von klick-thailand.de bedankt sich für den ausführlichen Gastbeitrag über die vietnamesische Insel Phu Quoc. Weitere Gastbeiträge per Mail an sawadeeklick-thailand.de sind jederzeit herzlich willkommen.

Phu Quoc: Reisezeit, Lage und Größe

Einsame, schöne Strände, kristallklares Wasser und eine beinahe menschenleere Dschungellandschaft im Inselinneren locken Jahr für Jahr weltweit Touristen nach Phu Quoc. Dennoch gilt die größte Insel Vietnams bei Insidern nach wie vor als Geheimtipp. Hauptreisezeit für Phu Quoc sind die trockenen Monate Dezember bis März.

Phu Quoc liegt im Golf von Siam rund 40 Kilometer vor der Südwestküste Vietnams. Die knapp 570 Quadratmeter große Insel mit rund 70.000 Einwohnern hat eine Länge von 48 Kilometern und misst an ihrer breitesten Stelle circa 28 Kilometer. Auf Phu Quoc gibt es einen internationalen Flughafen, mehrere Häfen, einige asphaltierte Straßen, ein Krankenhaus und einen beliebten Markt.

Anreise

Vietnam Airlines fliegt von Saigon (Ho Chi Minh City) den Inselflughafen Phuquoc Duong-Dong mehrmals täglich an. Die Flugzeit beträgt etwa eine Stunde. Preis hin und zurück: rund 140 Euro. Auch gibt es Flüge von Rach Gia, Provinzhauptstadt Kien Giangs, nach Phu Quoc. Der Flug dauert ca. 40 Minuten und kostet einfach ab 55 Euro. Von Kambodscha aus bietet sich die Überlandfahrt nach Rach Gia mit anschließender Überfahrt nach Phu Quoc an (siehe Reisebericht unten).

Reisebericht: Von Kambodscha nach Phu Quoc

Wir starten unsere Reise nach Phu Quoc in Sihanoukville an der Südostküste Kambodschas. Nach einer dreistündigen Taxifahrt (Preis individuell verhandelbar) gelangen wir über eine Schotterpiste an die vietnamesische Grenze bei Ha Tien – eine schmale Gasse mit Wellblechhütten rechts und links. Erst mal ist Warten angesagt: Die Beamten sitzen beim Kartenspiel. Dann endlich gibt es eine Menge Stempel, Fragen und prüfende Blicke, bevor wir zu Fuß hinüber dürfen, nach Vietnam.

Das Visum haben wir uns bereits vor unserer Abreise bei der vietnamesischen Botschaft in Berlin besorgt. Ein Visum für die einmalige Einreise (Gültigkeit: ein Monat) kostet derzeit 75 Euro, "Multiply Entry" (mehrfache Einreise) 95 Euro. Der Preis für ein Visum mit einer Gültigkeit von drei Monaten beträgt 110 Euro. Aktuelle Preise und Einreisebestimmungen findet ihr auf der Webseite der vietnamesischen Botschaft in Deutschland.

Von der Grenze aus geht es dann mit dem Moped-Taxi weiter zum Busbahnhof. Und von dort mit dem Minibus in die rund 90 Kilometer entfernte Stadt Rach Gia. Nach einer zweieinhalbstündigen Überfahrt mit dem Schnellboot erreichen wir schließlich An Thoi an der Südspitze Phu Quocs. Die Schnellboote verkehren in der Regel täglich.

Thailand wie vor 30 Jahren

Sonnenuntergang auf Phu Quoc

Sunset Phu Quoc.
F: © pacofurio - Fotolia.com

Thailand wie vor 30 Jahren, schwärmen Traveller in den Internet-Blogs. Und tatsächlich empfängt uns das Inselhauptstädtchen Duong Dong relativ unverdorben mit Straßencafés, netten Lädchen und buntem Treiben.

Nach ein paar Kilometern Taxifahrt über eine rote Sandpiste erreichen wir unser Quartier für die nächte Woche: das Mai House (Telefon: 077/847003). In dem kleinen Strandparadies bewirtschaftet der Halb-Franzose Gérard Bezardin 14 Bungalows: Rattandächer, große Betten mit Moskitonetz, vor dem Bad hängt nur ein Vorhang. Und von unserer Terrasse aus Terracotta und Bambus haben wir Meerblick und Wifi-Zugang.

Der Long Beach (Bai Truong Beach) ist ein Läuferparadies und erstreckt sich über 20 Kilometer an der Westküste hin zum südlichen Teil der Insel. Leider haben die Vietnamesen an den einsamen Abschnitten jede Menge Müll hinterlassen. Die Tage bestehen aus Sonnenbaden, Schwimmen und Dösen. Eine willkommene Abwechslung ist das nachmittägliche Mango-Shake – dick wie Pudding. Und natürlich der starke vietnamesische Café mit Kondensmilch. Abends gibt es ein scharfes Shrimps-Curry, Jazzmusik und jede Menge durstiger Mücken. Die Gästeschar ist bunt gemischt. Ein Tatort-Drehbuchautor mit trockenem Humor und ein lustiger Sternekoch sind dabei.

Ausflüge und Aktivitäten

Strand auf Phu Quoc

Strände entdecken.
F: © B.Foto+ - Fotolia.com

Bewegt man sich abseits der von Hotels * besiedelten Strandabschnitte, begegnet einem oft kilometerweit kein Mensch. Der ideale Ort zum Entspannen. Neben den wunderschönen einsamen Stränden gibt es auf Phu Quoc hohe Berge im Inselinneren, dschungelartige Wälder und die besten Tauchgründe Vietnams.

Ausflugsboote bringen Touristen vom Hauptstrand Bai Truong (Long Beach) zum Schnorcheln zu den vorgelagerten Inseln, etwa zur Schildkröteninsel Hon Doi Moi im Norden oder zum An-Thoi-Archipel im Süden mit seinen Korallenriffen und kristallklarem Wasser. Die Tauchgründe mit Sichtweiten bis zu 50 Metern zählen zu den besten Vietnams. Unerschrockene können am späten Abend mit den Fischern zum Tintenfischangeln aufbrechen.

Auch den puderzuckerweißen Strand Bai Sao im Süden muss man gesehen haben. Leider verreckt uns das Moped auf dem Rückweg. Aber die netten Jungs in einer kleinen Straßen-Garage kriegen es für umgerechnet 1,50 Euro wieder flott. 20 Kilometer fahren wir auf der roten Staubpiste wieder gen Norden. Zu unserer Linken ein einziger breiter Strand, nur vereinzelt mit Hütten bebaut.

Allerdings wird es mit der Ruhe auf Phu Quoc bald vorbei sein. Denn es gibt Pläne, die Zahl der Gästebetten bis auf 30.000 aufzustocken, Auch Kreuzfahrtpier und Casino sind geplant. Hoffentlich wird Phu Quoc dann kein zweites Phuket.

Gérard Bezardin vom Mai House kann es egal sein. Er hat seine Hütten - vor allem die mit Meerblick - oft schon ein Jahr im Voraus reserviert. Gerade, als wir abreisen wollen, bucht der norwegische Botschafter seine paar Tage Glück.

Hotels und Unterkünfte

Am Ong Lang Beach an der Westküste Phu Quocs empfiehlt sich unter anderem das Mango Bay Resort * (um die 27 Euro). Teurer, aber auch um einiges komfortabler ist das Grand Mercure La Veranda Resort * direkt am Duong Dong Beach. Weitere Hotels auf Phu Quoc findet ihr in der Hotelliste *.

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