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Thailands Nordwesten: Pai und Mae Hong Son

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Von Chiang Mai nach Mae Hong Son

Guter Ausgangspunkt für eine Tour in den Nordwesten von Thailand ist die Provinzhauptstadt Chiang Mai. Empfehlenswert sind die privaten Rundreisen mit Siam Sun Tours. Der Betreiber ist Schweizer und bietet auch Touren mit deutschsprachigen Führern an. Wer auf eigene Faust reisen möchte, kann sich in Chiang Mai einen Mietwagen nehmen. Zu empfehlen ist ein Gelände-taugliches Fahrzeug, da die Strecke nach Mae Hong Son bergig und äußerst kurvenreich ist. Bedenkt, dass ihr keinerlei Versicherungsschutz habt, solltet ihr den Wagen bei einer lokalen Autovermietung ausleihen. Sicherer, wenn auch teurer, sind Verträge mit einschlägigen internationalen Autovermietungen. Die Benzinpreise in Thailand sind moderat und lagen im Januar 2009 bei 25 Baht (50 Cent) pro Liter.

Die Strecke von Chiang Mai via Pai nach Mae Hong Son (auch Maehongson) ist 249 Kilometer lang und führt durch eine reizvolle Berglandschaft mit Reisfeldern und Dörfern verschiedener Bergstämme. In Chiang Mai fahrt ihr zunächst auf die 107 und biegt bei Mae Malai auf die 1095 ab (siehe Karte). Die Kleinstadt Pai erreicht ihr nach ca. 130 Kilometern. Alternativ bietet sich die Südroute über Mae Sariang mit. Die Strecke entlang der 108 ist mit gut 350 Kilometern um einiges länger und hat exakt 1864 Kurven. Solltet ihr eine der beiden Touren in der Hauptreisezeit Dezember bis Februar unternehmen, empfiehlt sich warme Kleidung, da die Temperaturen nachts mitunter bis zum Gefrierpunkt abkühlen können.

Pai

Garküche auf dem Muang Pai Markt.

Die Kleinstadt Pai liegt in der Provinz Mae Hong Son nahe der Grenze zu Myanmar. Die meisten der 15.000 bis 20.000 Einwohner sind Shan und Angehörige der Bergstämme Hmong, Lisu, Lahu und Karen. Die Stadt liegt am Pai River und hat einen Flughafen mit täglichen Flugverbindungen von und nach Chiang Mai.

In den vergangenen Jahren hat sich Pai zu einem beliebten Touristenort entwickelt. Hauptattraktion für Farangs und Thai-Touristen gleichermaßen ist der Nachtmarkt. Täglich bis 23 Uhr verkaufen hier Bergstämme sowie einige Ausländer Bekleidung, Schmuck und Kunsthandwerk. Daneben gibt es Restaurants, Cocktail- und Musikbars, eine Anzahl preiswerter Gästehäuser für Backpacker und einige Resorts mittlerer Kategorie. Neben dem Nachtmarkt ist auch der Muang Pai Markt sehenswert. Ab 15 Uhr verkaufen hier vor allem Tai- und Hmong-Frauen Obst und Gemüse und bereiten in ihren Garküchen Fleischspieße, frische Currypasten und andere Speisen zu.

Hotelempfehlung für Pai

Wer Ruhe sucht und mit dem Auto unterwegs ist, kann neun Kilometer außerhalb der Stadt im Muang Pai Resort übernachten. Das Resort verfügt über einen sehr schön angelegten Garten mit Pool sowie über eine Reihe zweckmäßig eingerichteter Holzbungalows mit Klimaanlage und Kühlschrank. Die Preise liegen zwischen 1.150 und 2000 Baht (23 bis 40 Euro). Ebenfalls zu empfehlen ist das "The Quarter" mit 36 Gästezimmern und Pool. Die Preise bewegen sich hier zwischen 2100 und 2850 Baht (ca. 42 und 57 Euro) pro Nacht. Weitere Resorts findet ihr in der Hotelliste.

Baan Paeng (Bergdorf der Lisu)

Wenn ihr von Pai aus dem Highway 1095 Richtung Mae Hong Son folgt, bietet sich ein Abstecher zu dem Lisu-Dorf Baan Paeng an. Der Bergstamm lebt hauptsächlich von Knoblauch-, Gemüse- und Reisanbau. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden auf nahe gelegenen Märkten verkauft. Die traditionelle Kleidung der Lisu-Frauen ist überaus farbenfroh. Unter ihren lila-, pink- und grünfarbenen Kleidern tragen sie schwarze Hosen und Gamaschen. Auffällig im Dorf sind einige teure Pickups neben den armselig wirkenden Hütten.

Tham Nam Lod (Thum Lod Cave)

Manche Felsformationen haben tierische Gestalt.

Die beeindruckende Höhle Tham Nam Lod liegt auf dem Weg von Pai nach Mae Hong Son. Ihr erreicht sie nach ca. 45 Kilometern über den Highway 1095. Das letzte Stück der Strecke ist ausgeschildert. Tham Nam Lod ist eine gut 600 Meter lange Höhle, durch deren Mitte ein Strom fließt. Zu sehen gibt es Stalagtiten und Stalagmiten sowie zahlreiche bizarre Felsformationen, von denen manche einem Krokodil, einem Frosch oder auch einer weiblichen Brust ähneln. In der Höhle wurden zudem eine Reihe archäologischer Funde gemacht.

Tham Lod besteht aus insgesamt drei Kammern: Tham Sao Hin, Tham Tuk Ta and Tham Phi Man. Tham Sao Hin ist die größte Kammer und wird geprägt durch riesige, zum Teil bis zu 20 Meter hohe Kalkstein-Säulen. In Tham Tuk Ta sind Stalaktiten und die prähistorische Felsmalerei eines Hundes zu sehen. Diese entstand vor 2000 bis 3000 Jahren. Tham Phi Man (Geister-Höhle) birgt einige archäologische Funde wie die Überreste von Skeletten und mehrere aus Baumstämmen gefertigte Särge.

Mit dem Bambusfloß durch die Lod Höhle.

Eine Besichtung der Höhle ist nur mit einem Führer und Lampe möglich und dauert gut eineinhalb Stunden. Zunächst geht es mit einem Bambusfloß in das Höhleninnere. Dort werden nacheinander die einzelnen Kammern zu Fuß erkundet. Es ist ratsam, feste Schuhe zu tragen, da der Weg zum Teil über schmale Stiegen und rutschige Felsen führt.

Eintrittspreise: Ein Besuch aller drei Höhlen kostet inklusive Floßfahrt hin und zurück für bis zu drei Personen 400 Baht (8 Euro) pro Person. Bei nur zwei Höhlen sind es 300 Baht (6 Euro). Hinzu kommen einmalig 150 Baht (3 Euro) für den Führer. Insgesamt arbeiteten Anfang 2009 in der Tham Lod Höhle 128 Führer und beinahe ebenso viele Flößer.

Borkrai (Bergdorf der Lahu)

Auf dem Weg von Pai nach Mae Hong Son (etwa 56 Kilometer vor der Stadt) liegt das Lahu-Dorf Borkrai. Die Bewohner leben von Kartoffel-, Ingwer- und Gemüseanbau und lagern die Erzeugnisse unter ihren Stelzenhäusern. Auch wird Handel mit Pinienholz getrieben. Die Lahu tragen ihre traditionell farbenfrohen Trachten in der Regel nur an Festtagen.

Mae Hong Son (Maehongson)

Mae Hong Son ist eine kleine beschauliche Stadt nahe der burmesischen Grenze. Sie liegt 300 Meter hoch und wird von Bergen und Dschungel umgeben. Die Provinzhauptstadt besitzt einen Flughafen mit täglichen Flugverbindungen nach Chiang Mai (Flugzeit ca. 35 Minuten). Um Unfälle zu vermeiden, gehen die Flüge immer nur in eine Richtung, da die Sicht durch Berge und häufige Nebel stark eingeschränkt ist.

Holzfigur im Museum des Wat Chong Klang.

Mae Hong Son hat einen kleinen, aber sehr schönen Nachtmarkt, auf dem ihr günstig Kunsthandwerk und Handarbeiten der Bergstämme kaufen könnt. Der Markt liegt an der Zufahrtsstraße zu den beiden nebeneinander liegenden burmesischen Tempeln Wat Chong Klang und Wat Chong Kham.

Wat Chong Kham ist der ältere der beiden Tempel und wurde 1827 von Shan-Künstlern erbaut. Einer der beiden Wiharne beherbergt eine Luang-Poh-To-Buddhastatue mit 4,85 Metern Umfang. Die Chedi des Wat Chong Klang wurde 1860 errichtet. Sehenswert in diesem Tempel sind eine Replik der Phra-Buddha-Sihing-Statue sowie das Holzfiguren-Museum.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Wat Phra That Doi Kong Mu auf einer etwa 250 Meter hohen Anhöhe im Westen von Mae Hong Son. Zum Tempel gehören zwei weiße, im burmesischen Stil errichtete Chedis. Die größere stammt aus dem Jahr 1860, die kleinere von 1874. Vom Doi Kong Mu habt ihr eine gute Aussicht auf ganz Mae Hong Son einschließlich des Flughafens. Auch lohnt am Tempel ein Bummel durch die Souvenirshops.

Hotelempfehlung für Mae Hong Son

Wer während seiner Rundreise ein oder zwei Tage ausspannen möchte, ist bestens im Fern Resort aufgehoben. Das Hotel liegt mitten im Dschungel, zehn Autominuten außerhalb von Mae Hong Son. Die geschmackvoll eingerichteten Thai-Style Bungalows mit Steindusche und Holzterrasse stehen in einem tropischen Garten mit plätschernden Bächen. Die Anlage gliedert sich in zwei Bereiche: Ein Teil der Bungalows säumt den Pool, die anderen liegen etwas abgelegner an einer Reisterrasse. Im Zimmer liegen für die Gäste Bademäntel bereit, frische Handtücher für die Sonnenliegen gibt’s am Pool.

Zu empfehlen ist auch das Golden Pai & Suite Resort. Nördlich von Mae Hong Son direkt am Pai River gelegen, bietet das Hotel 30 Standard- und 40 Deluxe-Zimmer mit TV, Minibar und Klimaanlage sowie einen Pool. Die Preise liegen zwischen 1200 und 3050 Baht (ca. 24 und 61 Euro) pro Nacht. Weitere Resorts findet ihr in der Hotelliste.

Long Neck Village Huay Pu Keng

Padaung-Frau mit schwerem Halsschmuck.

Wenn ihr Mae Hong Son auf der 108 in südlicher Richtung verlasst, passiert ihr das Dorf Huay Dua. Hier könnt ihr ein Longtailboot chartern und euch auf dem Pai River zum Long-Neck-Dorf Huay Pu Keng fahren lassen. Die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten. Im Dorf leben sowohl die Padaung (Long Necks), eine Untergruppe der Weißen Karen, als auch Langohr-Frauen, ein Stamm der Roten Karen. Die Karen selbst nennen sich Kayan.

Die Padaung-Frauen sind berühmt für ihre langen Hälse, die mit schweren, eng anliegenden Metallringen vom Kindesalter an gestreckt werden. Die Langohr-Frauen hingegen tragen schweren Ohrschmuck, der die Ohrläppchen dehnt. Das Dorf lebt ausschließlich vom Tourismus bzw. dem Eintrittsgeld, das immerhin 300 Baht (6 Euro) pro Besucher beträgt. Zudem verkaufen die Dorfbewohner selbst gefertigtes Kunsthandwerk wie Schmuck, Handarbeiten und Schnitzereien an Touristen.

Interessant ist auch ein Besuch der Schule am oberen Endes des Dorfes. Es gibt mehrere kleine Klassenzimmer, in denen die Kinder in gleich vier Sprachen unterrichtet werden: Thai, Englisch, Karen und Burmesisch. Bei unserem Besuch im Januar 2009 war der Englischlehrer gerade erst einmal 17 Jahre alt. Die Kunstlehrerin, eine Hospitantin aus London, brachte den Karen-Kindern Picasso anhand einer Postkarte näher. Eifrig malten die Schüler die Zeichnung ab. Kommuniziert wurde mit Händen und Füßen.

Pha Bong Hot Spring (Heiße Schwefelquelle)

Elf Kilometer südlich von Mae Hong Son (Highway 108) erreicht ihr Baan Pha Bong. Der Ort ist berühmt für seine heiße Schwefelquelle, der Pha Bong Hot Spring. Zur Anlage gehören zwei Becken (45°C und 63 °C), Saunen und Massage-Einrichtungen. Baden ist nur in dem 45 Grad warmen Becken erlaubt. Das stark schwefelhaltige Wasser soll eine reinigende und desinfizierende Wirkung haben.

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