Khao Lak: Ausflüge und Sehenswürdigkeiten


Tsunami Museum und Polizeiboot 813

Vom Tsunami angespült: das Polizeiboot 813.

Vom Tsunami angespült: das Polizeiboot 813.

Das dramatische Ereignis vom 26. Dezember 2004, bei dem in ganz Thailand rund 5400 Menschen starben (Zahl der Vermissten: ca. 3000) ist lange nicht vergessen. An die Naturkatastrophe erinnert u. a. das Tsunami-Museum am Highway 4 in Bang Niang. Die Exposition klärt in erster Linie über das nach dem Unglück installierte Tsunami-Frühwarnsystem auf.

Unweit des Museums befindet sich auch eine Tsunami-Gedenkstätte sowie das Polizeiboot 813, das von den Flutwellen etwa zwei Kilometer landeinwärts gespült wurde. Heute steht das graue Stahlboot als Denkmal an selber Stelle auf einer Wiese und zählt zu Khao Laks Sehenswürdigkeiten.

Lam Ru Nationalpark (Lamru Nationalpark)

Der Lam Ru Nationalpark hat eine Größe von 125 Quadratkilometern und beginnt nur wenige Kilometer südlich von Khao Lak City. Der Eingang des Nationalparks, das Headquarter mit Parkplatz und Touristen-Information, liegt direkt am Highway 4. Die Hauptstraße teilt den Park in zwei Zonen: Der eine Teil erstreckt sich zwischen Highway und Meer, der andere ins Landesinnere. Für einen Spaziergang ohne Führer eignet sich besser der am Meer gelegene Parkabschnitt.

Eine Dschungel-Wanderung über ca. 1,5 Kilometer führt euch zu einer kleinen Bucht am Meer, den Haad Lek oder Small Sandy Beach. Für diesen Ausflug solltet ihr feste Schuhe tragen und Wasser im Gepäck haben, da es unterwegs keine Getränke zu kaufen gibt. Der Lam Ru Nationalpark besteht vorwiegend aus Primärwald. Zu sehen sind neben steinalten Urwaldriesen auch jede Menge tropische Bäume, Bambus, Riesenfarne, wilde Bananen, Lianen und Kletterpflanzen. Begrenzt wird der Park im Norden vom Ton Chong Fah Wasserfall (siehe Karte) und im Süden vom Lamru River.

Elefanten-Trekking

Ritt auf dem Elefanten-Rücken.

Ritt auf dem Elefanten-Rücken.

Nicht nur in den Nationalparks, sondern auch in der Nähe einiger Wasserfälle bietet sich die Möglichkeit zum Elefantenreiten (Elefanten-Trekking). Wenn ihr von Khao Lak City aus mit dem Auto oder Motorrad einige Kilometer dem Highway 4 Richtung Norden folgt, seht ihr rechter Hand unweit der Polizeistation ein Schild mit der Aufschrift "Elephant-Trekking". Eine unasphaltierte Straße führt euch zu einer Elefanten-Farm.

Für eine Tour von circa 1,5 Stunden zum Sai Rung Wasserfall (in der Trockenzeit leider nur ein Rinnsal) bezahlt ihr rund 1500 Baht. Der Ritt wird von einem Führer begleitet und führt durch regenwaldartiges Gebiet.

Tagestour: Phang Nga Bucht und James Bond Felsen

In Khao Lak können Ausflüge in die nähere Umgebung gebucht werden. Lohnenswert ist eine Tagestour zur Bucht von Phang Nga (auch Phangnga). Mehr als 40 steil aus dem Wasser ragende Kalksteinfelsen (teilweise bis zu 300 Meter hoch) bilden zwischen Phuket und Krabi ein gigantisches Panorama. Meer- und Regenwasser haben die Felsen über Jahrtausende unterspült und ausgewaschen, so dass im Inneren vieler Felsen Höhlen mit Stalaktiten und Stalagmiten entstanden sind. Sehen und bewundern könnt ihr diese natürlich entstandenen Gesteinsformationen am besten bei einer Kanu-Tour. Highlight des Marine Nationalparks dürfte der James Bond Felsen (Khao Tapu) sein. Dieser sieht aus wie ein ins Wasser gehauener Nagel und ragt vor der Insel Khao Pinggan etwa 200 Meter in die Höhe. Berühmt wurde der "Nagel"-Felsen durch den "007"-Streifen "Der Mann mit dem goldenen Colt".

Organisierte Tagestouren zur Bucht von Phang Nga könnt ihr in beinahe jedem Reisebüro in Khao Lak, auf Koh Lanta und online buchen. Vorort empfiehlt es sich, eingehend die Preise zu vergleichen. Diese schwanken in Khao Lak zwischen 2200 und 3000 Baht (55 bis 75 Euro) pro Person. Der Preis beinhaltet standardmäßig sämtliche Fahrten mit Minibus und Longtailboot, eine ca. einstündige Kanutour, Mittagessen im muslimischen Dorf Koh Pannyi und einen Besuch des Höhlentempels Wat Suwan Kuha. Die Tour mit zehn Teilnehmern war bestens organisiert und wurde von einer englischsprachigen Reiseleiterin begleitet. Hier der Ablauf:

Khao Lak Ausflüge: der James Bond Felsen.

Khao Lak Ausflüge: der James Bond Felsen.

8.40 Uhr Pick-up mit dem Minibus im Hotel. Anschließend eine gute Stunde Fahrt zum Pier an der Bucht von Phang Nga. Umsteigen aufs Taxiboot. Die Fahrt mit dem Longtailboot dauert eine weitere Stunde und führt an Mangrovensümpfen und beeindruckenden Felsformationen vorbei nach Khao Pinggan. Von der kleinen Insel aus hat man einen guten Ausblick auf den vorgelagerten James Bond Felsen.

Obgleich traumhaft gelegen, ist Khao Pinggan alles andere als idyllisch. Tausende von Touristen drängen sich Tag für Tag auf dem kleinen Pfad, der um die Insel herum führt. Zunächst gelangt man zu einem Aussichtspunkt mit direkten Blick auf den James Bond Felsen. Anschließend geht es über Steinstufen hinab zu einem kleinen Sandstrand, der genau gegenüber dem berühmten "Nagel"-Felsen liegt. Leider lässt sich das Natur-Panorama wegen des allseitigen Touristenrummels nur bedingt genießen. Rundherum wird fotografiert, verkaufen muslimische Frauen an Souvenirständen Tücher, Muschel- und Perlenketten. Wer bis zur Abfahrt des Taxibootes noch etwas Zeit hat, sollte einen Blick in die recht bizarre Höhle wenige Meter oberhalb des Strandes werfen. Insgesamt dauert unser Aufenthalt auf Khao Pinggan 40 Minuten.

Hong (Lagune) in einem Kalksteinfelsen.

Hong (Lagune) in einem Kalksteinfelsen.

Zurück am Anleger, geht es mit dem Longtailboot etwa 40 Minuten weiter zu einem Kanu-Verleih. Wir erhalten Schwimmwesten und besteigen eins der zahlreichen Schlauchboote. Nun beginnt eine beeindruckende, etwa einstündige Paddeltour durch Höhlen, so genannte Hongs, und Mangrovenwälder.

Hongs sind Lagunen inmitten der Kalksteinfelsen, die einst durch einstürzende Höhlen entstanden sind und zum Himmel hin schmale Öffnungen haben. Die Höhlen wiederum bildeten sich im Laufe vieler Millionen Jahre durch Niederschläge, Erosionen und Gezeiten. Zu den Lagunen gelangt man durch Felsspalten, die mit dem Kanu nur bei Ebbe passierbar sind.

Kopf runter: Kanu-Tour durch enge Felsspalten.

Kopf runter: Kanu-Tour durch enge Felsspalten.

Da die Felsspalten oftmals eine Höhe von nur 30 bis 40 Zentimeter haben, sind sie aus der Entfernung kaum auszumachen. So entsteht der Eindruck, man steuere mit dem Kanu zunächst geradewegs auf eine Felswand zu, bevor sich der Felsspalt urplötzlich auftut. Dann heißt es: Kopf einziehen und flach auf den Rücken legen. Schon fährt das Boot unter den Felsen hindurch, und die Lagune ist erreicht.

Während andere Führer die Touristen durch den Mangrovenwald paddeln, durchfahren wir fernab des Gewimmels weitere Hongs. Wir genießen die Ruhe und die beinahe spirituelle Atmosphäre, die das von oben einfallende Licht in manchen Lagunen verbreitet. An einer Mangrove beobachten wir das Spiel der Schlammspringer - und sind froh, dass unser Führer von der üblichen Route abgewichen ist.

Nach der Paddeltour geht’s mit dem Taxiboot weiter zum Mittagessen ins muslimische Fischerdorf Koh Pannyi. Die Dorfbewohner sind malaiischer Abstammung und waren ursprünglich Seezigeuner, die mit ihren Hausbooten von Bucht zu Bucht zogen. Einst lebte das Dorf ausschließlich vom Fischfang. Heute profitieren die Einwohner von Koh Pannyi in erster Linie vom Tourismus.

In riesigen auf Pfählen erbauten Restaurants werden in Koh Pannyi täglich Tausende Touristen aus aller Welt "abgefüttert". Das Essen ist für alle gleich und steht bei Ankunft bereits fertig auf den Tischen. Trotz der Massenabfertigung schmecken die Gerichte verhältnismäßig gut. Die Tom Yam Gung (Garnelensuppe) ist gut gewürzt; auch die gebratenen Scampi, das Schweinefleisch-Curry und der frittierte Fisch schmecken einwandfrei.

Stelzenhaus im Ficherdorf Koh Pannyi.

Stelzenhaus im Ficherdorf Koh Pannyi.

Nach dem Mittagessen bleiben 40 Minuten Zeit, das Dorf zu erkunden beziehungsweise auf Shoppingtour zu gehen. In den engen Gassen mit zahlreichen Vogelkäfigen reiht sich ein Verkaufsstand an den anderen. Angeboten werden Souvenirs und auch Kitsch: Muschelketten, Tücher, Schmuck und Plastikfische. Nachdem man den Basar hinter sich gelassen hat, beginnt das eigentliche Fischerdorf. In den Häusern werden Netze geflickt. Unten im modrigen Wasser schwimmen pontonartige Gebilde, auf denen Fischernetze und anderes Zubehör lagern. Zentrum des Dorfes ist die Moschee. Nach dem Dorfbummel geht es im Longtailboot wieder zurück zum Pier in der Bucht von Phang Nga. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten.

Fotos von der Bucht von Phang Nga gibt es auch in unserer Bildergalerie.

Liegender Buddha im Wat Suwan Kuha.

Liegender Buddha im Wat Suwan Kuha.

Auf dem Rückweg nach Khao Lak steht ein Abstecher zum Höhlentempel Wat Suwan Kuha (auch Wat Tham) auf dem Programm. Der Tempel befindet sich etwa 13 Kilometer von der Provinzhauptstadt Phang Nga entfernt in einem Karstfelsen. Wat Suwan Kuha besteht aus mehreren größeren und kleineren Höhlen. Blickfang in der Großen Höhle (Tham Yai) ist ein etwa 15 Meter langer Liegender goldener Buddha, dessen Haltung den Übergang des Erleuchteten ins Nirwana symbolisiert. Über eine Treppe erreicht man die weiter oben liegenden Höhlen mit Stalaktiten, Stalagmiten und weiteren Buddha-Statuen.

Am Ausgang der oberen größeren Höhle sowie vor dem Haupteingang des Tempels tummeln sich Gibbons, die gierig ihre Hände nach Bananen ausstrecken. Touristen können Affenfutter für 20 Baht pro Tüte auf dem Platz vor dem Tempel kaufen und die handzahmen Tiere füttern.

Nach dem Tempelbesuch und einer guten Stunde Autofahrt erreichen wir Khao Lak gegen etwa 17 Uhr. Fazit: Trotz des Touristenrummels ist eine Tagestour nach Phang Nga in jedem Fall empfehlenswert und ein beeindruckendes Erlebnis. Die bizarre Fels- bzw. Insellandschaft mit ihren Höhlen und Mangrovenwäldern entschädigt für den Trubel. Für einen längeren Aufenthalt in der Bucht von Phan Nga eignet sich die Urlaubsinsel Koh Yao (Ko Yao).

Khao Sok Nationalpark

Wer von Khao Lak Ausflüge auch in die Umgebung plant, sollte unbedingt eine Tour in den Khao Sok Nationalpark unternehmen. Der weitläufige Regenwald befindet sich 72 Kilometer nordöstlich von Khao Lak in der Provinz Surat Thani (siehe Karte). Mietet euch für diesen Ausflug einen Leihwagen oder schließt euch einer organisierten Tour an (buchbar in beinahe allen Reisebüros vor Ort). Wer den Urwald lieber auf eigene Faust erkunden und eine oder mehrere Nächte in Khao Sok verbringen möchte, mietet ein Baumhaus-Bungalow (etwa 6 bis 11 Euro pro Nacht) oder eins der Raft-Häuser mitten auf dem See.

Modell einer Rafflesia

Modell einer Rafflesia in Khao Sok. Foto: Nercessian

Neben Wasserfällen, einem riesigen Stausee und den Dschungel-Bewohnern selbst - darunter Elefanten, Bären, Leoparden, Gibbons und Nashornvögel - gibt es noch eine besondere Attraktion: Erst Ende der 90er-Jahre wurden im Khao Sok Nationalpark Exemplare der Rafflesia entdeckt. Die Pflanze, die auf den Wurzeln einer Lianenart wächst, zeichnet sich durch ihre rot-weiß gescheckte Blüte aus. Mit rund 80 Zentimetern Durchmesser gehört diese zu den größten Einzelblüten der Erde. Manche Touristen haben die Rafflesia im Khao Sok Nationalpark in den Monaten Juni und Juli blühen sehen, wieder andere im September, Oktober, November oder Dezember. Der Khao Sok Nationalpark hat eine Fläche von 739 Quadratkilometern und soll mehr als 160 Millionen Jahre alt sein. So wäre Khao Sok älter als etwa der Urwald im Amazonasgebiet Brasiliens.

Die Reisebüros in Khao Lak bieten Ausflüge oder mehrtägige Touren in den Khao Sok Nationalpark an. Die Tagestouren beinhalten meist den Besuch eines Dschungel-Camps, Elefantenritt, Mittagessen und eine Kanu-Tour auf dem Sok River. Preis: 2.700 Baht (ca. 67 Euro). Mehr als doppelt so teuer ist die zweitägige Tour mit Übernachtung in einem Baumhaus-Bungalow. Das Programm entspricht weitgehend dem der Tagestour. Dazu kommen der Besuch eines Höhlentempels, Dschungel-Wanderungen, Abendessen sowie Frühstück.

Auch werden so genannte "Lake Explorer"-Touren mit Longtailboot- und Kanutouren auf den Seen im Khao Sok Nationalpark angeboten.

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